Chronik

Die Geburtsstunde der »3 TollenTage« von Bärenstein schlug 1956. Unter Federführung der damaligen Betriebssportgemeinschaft »WISMUT« wurde ein ständiger Faschingsausschuss gebildet. Die vor dem Krieg bereits existierenden unterschiedlichsten Formen Fasching zu feiern wurden zusammengefasst und als Großveranstaltung an 3 Tagen aus der Taufe gehoben. Als bestes Objekt des Ortes kam dafür nur das »Sächsische Haus« mit seinem Saal und der Gaststätte infrage und wurde fortan zur »Faschingsburg von Bärenstein«. Ein Elferrat mit Hofmarschall, ein Prinzenpaar und Prinzengarde, später dann auch ein Präsident mit Saalpolizei, regierten das bunte Treiben im gesamten Haus und es erschall in allen Räumen
der Ruf: »Wir machen Stimmung«.

Betriebe, Handwerker und Privatpersonen unterstützten die Narren von Bärenstein. Vieles wurde aber, wie übrigens auch heute noch, selbst gebaut, gebastelt, gemalt und geschneidert, und unsere Senioren berichten über so manch skurrile Geschichte aus dieser Zeit. Selbst die Bewirtschaftung des Hauses wurde bis zur Übernahme durch die staatliche Handelsorganisation der DDR vom Verein vorgenommen, und die daraus gewonnenen Mittel flossen vorrangig in den Ausbau des Hauses.

Der Verein musste sich von nun an nur noch aus den Eintrittsgeldern finanzieren, von denen ein Teil an die Gemeinde abgeführt wurde. Trotz dieser Einschränkungen wurden die 3 Tollen Tage von Bärenstein dank des Engagements aller Mitglieder in kürzester Zeit zu einem wahren Anziehungspunkt in Sachen und darüber hinaus. Dem Zwang der Zeit folgend gab es in den 60er Jahren dann die Umbenennung des Vereins zum »Bärensteiner Karnevalskomitee«, dem BKK. Die darauf folgenden Jahre, vor allem ab 1972, waren von ständig wachsenden Ansprüchen an die Qualität der Veranstaltungen geprägt. Der BKK hatte mit der Gestaltung seiner Programme, in denen alle Register des Vereinslebens und der Talente der Mitglieder gezogen wurden, einen Status erreicht, der auch staatlicherseits anerkannt werden musste.

Der BKK wurde zur »Arbeitsgemeinschaft im Kulturhaus«, erhielt den Titel »Hervorragendes Volkskunstkollektiv der DDR« und durfte 1984 das 24. Zentrale Präsidententreffen der DDR ausrichten. Auch in teilweise recht komplizierten Abschnitten und Situationen dieser Zeit hatte der BKK jedoch immer die Unterstützung und Rückenhalt durch die Gemeinde Bärenstein. Mit der Wende 1990 musste vieles den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Der BKK wurde zum »Bärensteiner Karnevalsklub e.V.« und erhielt im Eintragungsregister des Amtsgerichts Annaberg die Nummer 16, wurde im Verband Sächsischer Karneval aufgenommen und gehörte damit zum Bund Deutscher Karneval und Verband Europäischer Karneval.

All dies änderte jedoch nichts an der Art und Weise, in der man auch heute noch Karneval feiert, zwar nicht nur an 3 Tollen Tagen, aber immer für die Bärensteiner und alle die ihn mögen oder auch erst noch kennenlernen wollen. Dafür steht auch heute das gesamte Gefolge des Elferrates mit Präsident und Prinzenpaar, der Saalpolizei mit ihrem Neben- oder etwa Hauptjob als Männerballett, der Prinzengarde, der Kindergarde mit Kinderprinzenpaar, den Girlies, der Knirpsenpolzei …. und natürlich all den unzähligen Helfern des BKK.

Gerhard Lenhard